Die Apokalypse reitet auf einem Steckenpferd – Willkommen in der Ära der Hobbystupidität

Die Apokalypse reitet auf einem Steckenpferd – Willkommen in der Ära der Hobbystupidität




 

Es war einmal eine Zeit, da galten Hobbys als sinnvolle Beschäftigungen. 

Man spielte Schach, las Bücher, 

baute Modelleisenbahnen oder ging angeln – allesamt Tätigkeiten, 

die zumindest den Anschein geistiger Aktivität erweckten. Doch diese Ära ist vorbei. 

Heute leben wir in einer Welt, in der Erwachsene 

auf Steckenpferden durch Turnhallen galoppieren, sich als Schafe verkleiden 

und in Gruppen blöken, oder sich in dunklen Parkbuchten 

gegenseitig beim „Dogging“ beschnuppern. 

Willkommen in der Ära der Hobbystupidität – einer Zeit, 

in der die Menschheit ihre letzten intellektuellen Reserven gegen TikTok-Fame 

und Likes auf Instagram eingetauscht hat.

 

Hobby Horsing – Wenn der Verstand durchgeht

 

Beginnen wir mit dem Klassiker: Hobby Horsing. 

Ursprünglich aus Finnland stammend, hat sich dieser Sport – oder besser gesagt, 

diese kollektive Realitätsflucht – weltweit ausgebreitet. 

Erwachsene Menschen, oft mit ernster Miene und professionellem Outfit, 

reiten auf Steckenpferden durch Parcours, 

führen Dressurübungen aus und bewerten sich gegenseitig. 

Es ist, als hätte man den Reitsport mit einem Kindergartenprojekt gekreuzt und das Ergebnis dann mit olympischem Ernst versehen.

 

Die Frage ist nicht, warum Menschen das tun. 

Die Frage ist: Warum nicht? 

In einer Welt, in der man für das Essen von Waschmittelkapseln 

(Tide Pod Challenge, wir erinnern uns) Ruhm erlangt, wirkt das Reiten auf einem Holzpferd fast schon wie ein intellektueller Höhenflug.

 

Dogging – Der Wald ruft, und er ist notgeil

 

Dogging klingt harmlos. 

Man denkt an Hunde, Spaziergänge, Natur. 

Doch in Wahrheit handelt es sich um eine Art öffentliches Gruppenkuscheln 

mit Extras – vorzugsweise in Autos, auf Parkplätzen oder in Gebüschen. 

Es ist die Tinderisierung des Waldes, die Pornografisierung der Naherholung. 

Früher ging man in den Wald, um Pilze zu sammeln. 

Heute sammelt man Körperflüssigkeiten und fremde Telefonnummern.

 

Dogging ist nicht nur ein Hobby – es ist ein Statement. 

Ein Statement gegen Privatsphäre, gegen Hygiene und gegen die letzten Reste 

gesellschaftlicher Zurückhaltung. 

Es ist die logische Konsequenz einer Welt, in der „OnlyFans“ als Karriereweg gilt 

und „Intimität“ ein Hashtag ist.

 

Hobby Sheeping – Die Rückkehr der Herde

 

Und dann wäre da noch Hobby Sheeping. 

Menschen verkleiden sich als Schafe, bewegen sich in Gruppen, blöken synchron und lassen sich von einem „Hirten“ dirigieren. 

Es ist eine Mischung aus Performancekunst, Gruppentherapie und kollektiver Regression. 

Man könnte es als Kritik an der Massengesellschaft interpretieren – oder einfach als das, 

was es ist: eine Herde verkleideter Erwachsener, die sich freiwillig zum Schaf machen.

 

Ironischerweise ist Hobby Sheeping vermutlich die ehrlichste 

Form moderner Freizeitgestaltung. 

Denn seien wir ehrlich: Die meisten Menschen verhalten sich ohnehin wie Schafe. 

Sie folgen Trends, Meinungen, Influencern – warum also nicht gleich die passende Fellverkleidung dazu tragen?

 

Weitere Hobbys aus der Hölle

 

Natürlich endet die Liste der Hobbystupidität nicht hier. 

Die Menschheit ist kreativ – zumindest, wenn es darum geht, sich selbst zu blamieren. Hier eine kleine Auswahl weiterer Freizeitverirrungen:

 

• Murmeln als Extremsport: 

   Ja, es gibt Weltmeisterschaften im Murmelrennen. 

   Mit Kommentatoren, Fanartikeln und Sponsoren. 

   Die Murmeln sind die Stars – die Menschen nur die Statisten.

• ASMR-Essen: 

   Menschen verdienen Geld damit, lautstark Gurken zu kauen, 

   während andere dabei entspannen. 

   Die Geräusche des Verdauungstrakts als Wellnessangebot.

• Competitive Sleeping: 

   Schlafwettbewerbe, bei denen bewertet wird, wie ruhig und ästhetisch jemand schläft.  

   Endlich eine Disziplin für Menschen mit narzisstischer Narkolepsie.

• Extreme Ironing: 

   Menschen bügeln Hemden auf Berggipfeln, beim Fallschirmsprung oder unter Wasser. 

   Weil normale Hausarbeit einfach zu banal ist.

• LARP als Büroangestellter: 

   Menschen treffen sich, um in Rollenspielen das Leben als Buchhalter 

   oder Sachbearbeiter zu simulieren. 

   Endlich kann man die Steuererklärung auch am Wochenende erleben.

 

 

Die Ursachen: Ein Blick in den Abgrund

 

Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort ist einfach: 

Die Menschheit hat zu viel Freizeit, zu wenig Sinn und ein Smartphone mit Kamera. 

Die Kombination aus digitaler Selbstdarstellung, chronischer Langeweile und dem Wunsch, „besonders“ zu sein, hat eine Kultur hervorgebracht, 

in der Aufmerksamkeit wichtiger ist als Inhalt.

 

Früher wollte man etwas können. Heute will man etwas sein – am besten viral. 

Die Hobbys sind nicht mehr Ausdruck von Interessen, sondern von Identität. 

Man ist nicht mehr jemand, der gerne malt – man ist ein 

„Urban Sketcher mit 12k Followern“. 

Man ist nicht mehr jemand, der gerne joggt – man ist ein 

„Barefoot Trail Runner mit Bio-Müsli-Affinität“.

 

Fazit: Die Zukunft ist ein Steckenpferd

 

Die Verblödung der Menschheit ist kein Unfall – sie ist ein Hobby. 

Ein kollektives, globales Hobby, das sich in immer neuen Formen manifestiert. 

Und vielleicht ist das auch gut so. 

Denn wer auf einem Steckenpferd durch die Turnhalle galoppiert, 

kann wenigstens keinen Krieg führen. 

Wer sich als Schaf verkleidet, wird kaum zum Investmentbanker. 

Und wer beim Dogging im Gebüsch liegt, hat keine Zeit, 

Verschwörungstheorien zu verbreiten.

 

Vielleicht ist die Hobbystupidität also gar nicht das Ende 

der Zivilisation – sondern ihre Rettung. 

Eine Welt voller Steckenpferdreiter, Murmelkommentatoren und 

schlafender Influencer ist zwar absurd, aber immerhin friedlich.

 

In diesem Sinne: 

Blök, galoppier, bügel – und sei du selbst. 

Oder wenigstens jemand mit einem wirklich absurden Hobby.

 

 

Freie Gedanken von S.E

 

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